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Der Baum des Jahres 2017 - Die Fichte

Die Fichte (Picea abies) hat bei uns eine große kulturgeschichtliche Bedeutung. Sie wird in der Weihnachtszeit häufig als Christbaum verwendet und das Fichtengrün dient als Schmuckreisig. Oft wird auch der Maibaum aus einem Fichtenstamm gefertigt und Fichtenzweige bei Festtagen und Hochzeiten sind ein Zeichen für eine lange Lebensgemeinschaft. Aus den Nadeln der Fichte können verschiedenste Kosmetik- und Naturheilstoffe gewonnen werden, wie zum Beispiel Fichtennadelöl, Fichtennadel-Franzbranntwein oder Fichtennadelsalz.

Ihr natürliches Verbreitungsgebiet hat die Fichte in Teilen Mittel- und Südeuropas sowie Nordeuropa von Skandinavien bis Sibirien, wo sie oft in Reinbeständen vorkommt. In der borealen Vegetationszone stellt sie neben Birken, Espen und Kiefern die Hauptbaumart dar, während sie in gemäßigtem Klima aufgrund der starken Konkurrenz zu vorherrschenden Laubbaumarten vor allem an kühleren Standorten wie Gebirgen, nasskalten Senken oder am Rande von Hochmooren vorkommt. Dabei  liegt die Wachstumsgrenze in Mittelgebirgen bei 1.400 m und in den Alpen bei 1.900 m.

Fichtenwälder bieten einer Vielzahl von Tieren einen Lebensraum, sowie Futter- und Nistplätze. Besonders Vögeln, wie Waldbaumläufer, Fichtenkreuzschnabel, Tannenhäher, Mäusebussard oder Waldohreule dient das immergrüne dichte Fichtenlaub als Deckung. In den natürlichen reinen Fichtenwäldern kommen aufgrund des geschlossenen Kronendaches neben der Vogelbeere nur selten andere Bäume und Sträucher vor. In der Krautschicht dominieren deshalb Gräser und Zwergsträucher wie Heidelbeeren und oft überzieht eine Moosschicht den Waldboden. Typische Pflanzen der Krautschicht sind dabei die Draht-Schmiele oder der Adlerfarn.

Der Stamm der Fichte ist schlank und geradschaftig und weist eine bräunlichrote Rinde auf. Normalerweise erreichen Fichten eine Höhe von etwa 30 m, wobei häufig auch bis zu 50 m erreicht werden können. Ein typisches Erkennungsmerkmal ist die bei gesunden Bäumen regelmäßige, kegelförmige Krone. Fichten können ein Alter von bis zu 600 Jahren erreichen und werden im Alter von 80 bis 120 Jahren wirtschaftlich genutzt. Die Nadeln der Fichte sind grün und etwas flachgedrückt, der Zapfen hängt am Ast nach unten und fällt zu Boden, nachdem die Samen „ausgeflogen“ sind.

Das Holz der Fichte ist fast weiß und schimmert gelblich. Es wird den „Weichhölzern“ zugeordnet und lässt sich gut bearbeiten, weshalb es etwa im Erzgebirge für viele Schnitzereien verwendet wird. Im Bergbau wurde das Holz der Fichte oft als Fichten-Grubenholz eingesetzt, da das Holz vor dem Brechen knistert und somit vor einstürzenden Tunnelstützen warnt, was schon vielen Bergleuten das Leben rettete.