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Aktuelles

† Siegfried Günther

(19.03.1927 - 09.05.2006)
Mülsen St. Niclas

Am 09.05.2006 verstarb im Alter von 79 Jahren unser treuer Mitstreiter und Gründungsmitglied des SDW-Landesverbandes Sachsen, Siegfried Günther. Einer seiner größten Verdienste ist wohl die Gründung der "Lindenhorte" als Grundstein des DWJ-Horstes "Mülsen St. Niclas". Folgende Würdigung, welche die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Zwickauer Land anlässlich seines 70. Geburtstages 1997 verfasste, soll kurz das Wirken von Siegfried Günther schildern.

Geprägt durch den Steinkohlenbergbau in dieser Region erlernte er den Beruf eines Bergmannes. Erholung von dieser schweren Arbeit suchte er in der freien Natur. Dabei wuchs in ihm das Interesse an der Erhaltung und Pflege der Landschaft seiner näheren Umgebung. Jeder, der ihn kannte, weiß, dass er an vielen Natur- und Landschaftsobjekten seines Heimatortes mitgewirkt hat.
1974 begann seine ehrenamtliche Tätigkeit als Gründer und Arbeitsleiter der Arbeitsgruppe "Junge Naturforscher", der heutigen "Deutschen Waldjugend". Gemeinsam mit dieser Jugendgruppe, der sogenannten "Lindenhorte", führte er unzählige Arbeitseinssätze, vor allem Baumpflanzungen und Pflegemaßnahmen im Gemeindegebiet Mülsen St. Niclas, durch.
Viele Zusammenkünfte, auch in Zeltlagern, nutzte er, um bei jungen Leuten, seinen "Buben", wie er sie immer nannte, den Naturgedanken weiter zu festigen und ihnen Zusammenhänge diesbezüglich zu erklären.
Als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer betreute er bereits vor 1990 schützenswerte Gebiete und war im Landkreis Zwickauer Land in der "Schletterschlucht" eingesetzt, um sie als geschützten Biotop zu erhalten.
Voller Tatendrang gestaltete er in geduldiger Kleinarbeit den Schulgarten des Ortes. Er beabsichtigte damit, den Schülern in dieser Form Informationen über heimische Gehölze und andere Pflanzen nahe zu bringen.
Aus gesundheitlichen Gründen musste er seine aktive Mitarbeit bei der "Lindenhorte" schweren Herzens aufgeben. Ihm ist es aber gelungen, einen Nachfolger aus dieser Gruppe heraus zu befähigen, sein Lebenswerk weiter zu führen. Seinen "Buben" stand er aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite. Das Erscheinungsbild seines Heimatortes ist auch durch das Wirken von Siegfried Günther nachhaltig geprägt worden.

Siegfried Günther wird uns allen, vor allem aber seinen "Buben" in der Deutschen Waldjugend in ewiger Erinnerung bleiben. Allen Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme.

Danke "Sieg`"!
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Offizielle Übergabe der 10.000
Weißtannen an den Freistaat Sachsen

"Goldene Tanne"

Nachdem der Freistaat Sachsen am 16.12.2005 bereits zum zweiten Mal in Folge mit der "Goldenen Tanne" für beispielhaften Schutz des Waldes durch die SDW ausgezeichnet wurde, erfolgte am 10.05.2006 im Rahmen einer symbolischen Pflanzaktion im Stadtwald Löbau die offizielle Übergabe der von forstwirtschaftlich tätigen Unternehmen bereitgestellten 10.000 Weißtannen. Im Beisein von Presse, Rundfunk und Fernsehen griffen als Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Amtschef Herr Kuhl, die Bürgermeister der Städte Löbau und Herrnhut, Herr Storch und Herr Fischer und Herr Geyer vom Landratsamt Löbau-Zittau zu Pflanzhacke, Spaten und "Fahrradlenker", um die für den Herrnhuter Wald zur Verfügung gestellten Tannen zu pflanzen.
Prof. Braun, Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sachsenforst, erläuterte die Notwendigkeit von Waldumbaumaßnahmen und die Bedeutung des in diesem Rahmen stattfindenden Wiedereinbürgerungsprogramms der Weißtanne in allen sächsischen Wäldern. In kurzen Ansprachen würdigten Herbert Molitor von der bayerischen Düngekalkindustrie und Herr BM Storch das Engagement der sächsischen Landesregierung und des Staatsbetriebes Sachsenforst für die Walderhaltung und -sanierung, insbesondere auch die Unterstützung der privaten und kommunalen Waldbesitzer. Im Gegenzug würdigte Amtschef Kuhl die verlässliche Partnerschaft mit der Düngekalk-Hauptgemeinschaft und der Deutschen Heli Forst, die die Maßnahmen der für die Waldschadenssanierung notwendigen Bodenschutzkalkung absichern. Besonders dankte er auch der SDW für die Unterstützung des Freistaates bei Maßnahmen zum Schutz des Waldes und der umfassenden Öffentlichkeitsarbeit.
Im Anschluss an die Pflanzung trugen sich die Teilnehmer in das Gästebuch der Stadt Herrnhut ein. Während eines kleinen Imbisses wurden interessante Gespräche geführt und Ideen für neue gemeinsame Projekte ausgetauscht.
Waldjugenspielebilder Waldjugenspielebilder
 
(links) AC Kuhl während seiner Ansprache anlässlich der Übergabe der 10.000 Weißtannen an den Freistaat Sachsen
(rechts) Jeder packte mit an bei der Pflanzung der Tannen im Löbauer Stadtwald
(Fotos: H. Mühlpfordt/SDW)
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Übersicht über die Verteilung der
10.000 Weißtannen im Freistaat Sachsen

Forstbezirk Marienberg Stadtwald Marienberg 700 St.
  Stadtwald Freiberg 500 St.
     
Forstbezirk Bautzen Stadtwald Zittau 2.200 St.
  Stadtwald Löbau 1.000 St.
  Stadtwald Bischofswerda 1.000 St.
  FBG Großdubrau und priv. 2.100 St.
     
Forstbezirk Chemnitz FV von Schönburg-Hartenstein 2.500 St.
Zur Förderung der eigentumsübergreifenden Wiedereinbringung der Weißtanne wurden ausschließlich private und kommunale Waldbesitzer ausgewählt.
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Positionierung der SDW
Landesverband Sachsen e. V.

zu den "Vorschlägen der Verwaltungsreform im Freistaat Sachsen" Bereich Staatsbetrieb Sachsenforst

Am 18.10.2005 legte eine Expertenkommission im Auftrag der Sächsischen Staatsregierung Vorschläge zur Neuordnung der Verwaltung im Freistaat Sachsen vor, in welchem auch umfassende Änderungen für den Bereich der Landesforstverwaltung (jetzt Staatsbetrieb Sachsenforst) aufgeführt sind. Die Umsetzung ist für den 01.07.2008 vorgesehen. Mehrere wesentliche Gründe sprechen gegen die Vorschläge für den forstlichen Bereich.

Verfassungsrechtliche Widersprüche!

Die Kommunalisierung von Teilen der Aufgaben des Staatsbetriebes Sachsenforst widerspricht dem zugrunde gelegten Artikel 83 der Sächsischen Verfassung, wonach sie nur dann umgesetzt werden soll, wenn eine Steigerung der Effektivität der Staatsverwaltung sowie die Entlastung des Haushalts der öffentlichen Hand zu erwarten ist.
Außerdem widerspricht das Vorhaben dem Artikel 10 der Sächsischen Verfassung, wonach der Schutz der Umwelt, und hier insbesondere der Schutz von Boden, Luft, Wasser, Tieren und Pflanzen, eine Pflicht des Freistaates ist.
Diesen verfassungsmäßigen Auftrag verwirklichte die Landesforstverwaltung bis Ende 2005 vorbildlich und er wird auch unter dem Staatsbetrieb Sachsenforst weiter in der bewährten Form fortgeführt. Eine strikte Trennung dieses kompakten Aufgabenbereiches und die Kommunalisierung der hoheitlichen Tätigkeiten wird die günstigen Synergieeffekte der einheitlichen Struktur beseitigen, für deutlich mehr Bürokratie sorgen und dem Anliegen der Verfassung weniger gerecht, als dies heute der Fall ist.

Das Vorhaben ist unsachlich, uneffektiv und belastet den Landeshaushalt!

Mit Beschluss des Landtages vom 07.12.2005 nahm am 01.01.2006 der "Staatsbetrieb Sachsenforst" als neue Struktureinheit seine Tätigkeit auf. Dies kostete den Steuerzahler mehrere Millionen Euro und hatte die Verwaltung sowie jeden Mitarbeiter persönlich etwa 1,5 Jahre in Atem gehalten. Ohne Vorliegen von Erkenntnissen über die Auswirkungen dieser Maßnahme, soll nun bereits ein nächster Veränderungsschritt vollzogen werden.
Die Erarbeitung der Vorschläge zu den forstlichen Dingen erfolgte offensichtlich ohne oder mit falscher Beratung, da die weitreichenden Konsequenzen der Empfehlungen nicht erkannt wurden.

Der Freistaat entledigt sich seiner Pflicht zur Daseinsvorsorge im ländlichen Raum!

Insbesondere der kleine Privat- und Kommunalwaldbesitz wäre bei Wegfall der Bündlungs- und Betreuungsfunktion des Staatsbetriebes nicht mehr in der Lage, seine volkswirtschaftlichen Aufgaben, sowohl in der Rohholzbereitstellung, als auch in den Leistungen für das Allgemeinwohls zu erfüllen. Die unausweichliche Schwächung des sächsischen Holzmarktes, würde sich negativ auf die Entwicklung des gesamten ländlichen Raums auswirken.
Die nachhaltige Sicherung und Verbesserung der Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes würde in starkem Maße abhängig von der Finanzausstattung und der Prioritätensetzung des jeweiligen Landkreises.
Nur die forstliche Aus- und Fortbildung in der Hand des Freistaates und der zentrale Einsatz entsprechend qualifizierter Mitarbeiter gewährleistet die notwendige einheitliche Sichtweise auf die Probleme des Waldes.

Erhaltung und Weiterentwicklung einer umfassenden, praxisorientierten Waldpädagogik wird gefährdet!

Eine umfassende und kompetente Waldpädagogik, wie derzeit praktiziert, ist ohne die Beteiligung der Partner aus dem Landesforstbereich und die Verbindung zur Staatswaldbewirtschaftung nicht umsetzbar. Die weitere Existenz der 3 sächsischen Waldschulheime ist im vorliegenden Papier nicht geklärt.
Eine Zuordnung zum jeweiligen Landkreis ist aufgrund der fehlenden Finanzausstattung im Bildungsbereich nicht denkbar. Die fachliche Kompetenz der derzeitigen Betreiber (Landesforstverwaltung/Sachsenforst) wäre durch eine Übernahme durch andere nichtforstliche Umweltbildungsträger nicht mehr gegeben. Synergieeffekte zwischen Praktikern (Waldbewirtschafter) und den Bildungseinrichtungen gingen in getrennten Struktureinheiten verloren.
Das "Expertenpapier" vermittelt den Eindruck, dass bei seiner Erarbeitung lediglich finanztechnisches Einsparpotenzial gesucht wurde, ohne die praktische Realisierbarkeit und ihre weiteren Auswirkungen zu berücksichtigen.

Konsequenzen und Forderungen

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