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Braunkohlenwald im „agra-Park“

Der Braunkohlebergbau hat die Landschaft der Region Leipzig über 100 Jahre entscheidend verändert. Dieser Landschaftswandel von der Tagebaulandschaft zum Leipziger Neuseenland ist für jedermann anschaulich.

Relativ wenig bekannt ist aber die Tatsache, dass die Braunkohle im Tertiär durch eine Vielzahl von Baumarten gebildet wurde, die durch die Eiszeit aus unserer Mitteleuropäischen Heimat verdrängt wurden und somit heute zum Teil nur noch auf anderen Kontinenten vorhanden sind.

Im Rahmen der Umweltbildung und zur Erhöhung der Attraktivität des Naherholungsgebietes „agra-Park“ wurde im Bereich der Spreewaldschänke deshalb ein Quartier von Gehölzarten angelegt, die an der Braunkohleentstehung während der Zeit des Tertiärs im Mitteldeutschen Raum beteiligt waren.

Die ersten Bäume dieses Quartiers wurden bereits in den Jahren 1985-1987 durch die Abteilung Grünflächengestaltung und Forstwirtschaft der ehemaligen Landwirtschaftsausstellung der DDR angepflanzt, sodass einige Exemplare bereits imposante Größen erreicht haben. Bedingt durch unterschiedliches Wachstum und fehlende kontinuierliche Pflege sind ab dem Jahr 2000 einige Bäume im Wachstum gehemmt wurden oder sogar komplett ausgefallen.

Mitte 2014 bekam die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Sachsen in Kooperation mit der agra-Veranstaltungs GmbH die Erlaubnis von der Stadt Leipzig, den Braunkohlenwald neu aufzubauen. Um dieser Herausforderung Herr zu werden, wurde die Arbeit in 3 Bauabschnitte eingeteilt.

Im ersten Bauabschnitt im Herbst 2014 erfolgten die Pflege- und Formschnitte der vorhandenen Bäume des Arboretums und nicht dazugehörige Gehölzarten wurden entfernt um die braunkohlebildenden Baumarten freizustellen.

Der 2. Bauabschnitt begann Anfang Herbst 2015. Dazu wurden einige Baumarten, wie zum Beispiel Kobushi-Magnolien, Amerikanische Amberbäume, Gingkos, Küstenmammutbäume und Riesenmammutbäume nachgepflanzt. Des Weiteren wurden Artenschilder für die vorhandenen und gepflanzten Bäume sowie Großaufsteller über das Zeitalter des Tertiärs und die Braunkohlebildung angefertigt. Es wurden Wege saniert und neu angelegt.

Anfang Oktober 2015, anlässlich der Eröffnung der 25. Messe „Jagd und Angeln“ wurde der Braunkohlenwald offiziell eröffnet.

Der dritte und damit letzte Bauabschnitt befindet sich gerade in der Durchführung und wird voraussichtlich Anfang Oktober 2016 beendet.