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Waldzustand

„Neuartige Waldschäden“, in den Anfangszeiten auch „Waldsterben“ genannt, bezeichnet Waldschadensbilder in Mittel- und Nordeuropa, die seit Mitte der 1970er Jahre festgestellt und insbesondere in den 1980er Jahren breit diskutiert wurden. Das Auftreten von großflächigen Schädigungen am Waldbaumbestand und forstlich bedeutenden Baumarten führte damals zu Befürchtungen, der gesamte Waldbestand (in Deutschland auf einem Drittel der Landesfläche) sei in Gefahr. Maßgeblich beteiligt an der Etablierung des Begriffs ist der Göttinger Forstwissenschaftler Bernhard Ulrich, der 1980 vom Umweltbundesamt mit der Erstellung eines Berichts beauftragt wurde.

Die Bezeichnung als „Neuartige Waldschäden“ unterscheidet das Phänomen von klassischen Rauchgasschäden im unmittelbaren Umfeld der klassischen Schwerindustrie und bis dato bekannten Waldschäden natürlichen Ursprungs. Neuartig war auch die Ausdehnung in den einzelnen Regionen und die Erkrankung mehrerer Baumarten innerhalb weniger Jahre.

Als Ursache wurden vor allem angegeben:

  • Umweltverschmutzung (Saurer Regen)
  • bodennahes Ozon, Stickoxide
  • Schwermetallfreisetzung
  • Wegfall basischer Stäube durch frühere Umweltschutzmaßnahmen
  • forstwirtschaftliche Probleme wie fehlerhafte Bestockung
  • die Altersstruktur der Waldbeständetemporäre Ursachen (Trockenheit, Frost, Klimaabkühlung, Schädlingsbefall)

 

Erklärung zu den Zahlen:

Mindestens in einem Raster von 16 × 16 Kilometern werden jedes Jahr dieselben Bäume kontrolliert und auf ihre Nadel- oder Blattverluste, Vergilbungen u.a. eingeschätzt.

Es gibt fünf Schadstufen: 

Schadstufe 0:
Verlust bis 10 %;ohne Schadensmerkmale
Schadstufe 1:

Verlust 11–25 %; schwach geschädigt
Schadstufe 2:

26–60 %; ab Schadstufe 2 schwer geschädigt
Schadstufe 3:

61–99 %
Schadstufe 4:

mit 100 %.

Diese Einteilung wird von den meisten Bundesländern bis heute verwendet, um so eine Vergleichbarkeit mit früheren Zahlen zu ermöglichen.

In den letzten Jahren gingen einige Länder dazu über, die Schäden durch die Zahl der mittleren Kronenverlichtungen auszudrücken. Sie ist der Mittelwert der in 5%-Stufen geschätzten Kronenverlichtung aller Probebäume.

Beide Werte lassen sich nicht miteinander vergleichen. Die geringeren Zahlen bei der mittleren Kronenverlichtung lassen nicht den Schluss zu, dass es dem Wald besser geht.

 

Waldzustand in Sachsen 2013

Das Berichtsjahr 2013 begann mit einem sehr kalten, relativ schneereichen Winter. Diesem folgte ein feucht-kühles Frühjahr mit Starkniederschlägen, das zu Hochwasser im Juni führte, gefolgt von Trockenheit im Juli.

Der Zustand der Fichte ist unverändert, bei der Kiefer nehmen die Nadelverluste zu, ebenso bei den übrigen Nadelbäumen. Der ungünstige Kronenzustand bei der Eiche nimmt um 9% gegenüber dem Vorjahr zu. Die Rotbuche erholt sich weiter vom Trockenjahr 2003.

Die mittlere Kronenverlichtung und der Anteil von Bäumen mit ungünstigem Kronenzustand sind im »Mittelsächsischen Lößhügelland und Erzgebirgsvorland« nahezu unverändert. Die Region »Lausitzer Hügelland und Becken« weist die deutlichsten Verschlechterungen auf und liegt jetzt auch über dem Landesdurchschnitt. (Quelle: SB Sachsenforst)

Sehen Sie hier eine Zusammenfassung zum Waldzustandsbericht 2013 Sachsen (.pdf Datei)

Waldzustand in Sachsen 2012

Der Kronenzustand der Waldbäume ist im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen unverändert geblieben. Der Kronenzustand der Laubbäume bleibt dabei schlechter als der der Nadelbäume. Der Anteil deutlich geschädigter Bäume ging jedoch auch bei den Buchen im Vergleich zum Vorjahr zurück. Nennenswerte Waldschäden traten an Eichen durch den Blattfraß von Schmetterlingsraupen (Eichenwickler und Frostspannerarten) auf. (Quelle: SB Sachsenforst)

Sehen Sie hier eine Zusammenfassung zum Waldzustandsbericht 2012 Sachsen (.pdf Datei)

 

Waldzustand in Sachsen 2011

Der Witterungsverlauf vom Jahreswechsel bis August 2011 kann zusammenfassend als weitgehend „ausgeglichen" betrachtet werden. Im Detail zeigen sich jedoch erhebliche Schwankungen und Besonderheiten in den Wetterlagen, welche Anpassungsreaktionen der Bäume erforderten. So folgte auf einen kalten, schneereichen Winter ein sehr trocken-warmes Frühjahr, welches wiederum von einem sehr niederschlagsreichen kühlen Sommer abgelöst wurde. Während des Frühjahres kam es im Mittelgebirgsbereich zu erhöhten Ozonkonzentrationen. Eine weitere, bedeutende Besonderheit stellten jedoch Spätfrostereignisse dar, die gerade an den bodennahen Verjüngungen, aber auch in Jungwüchsen und Jungbeständen, zu Schäden führten. In weiten Teilen der sächsischen Wälder herrschten jedoch, wie schon im Jahr 2010, günstige Wachstumsbedingungen mit durchschnittlicher Wärme und reichlichem Wasserangebot, insbesondere nach dem Austrieb. (Quelle: SB Sachsenforst)

Sehen Sie hier eine Zusammenfassung zum Waldzustandsbericht 2011 Sachsen (.pdf Datei)

 

Weiterhin finden Sie den ausführlichen bundesweiten Waldzustandsbericht und die Berichte der Länder unter: www.bmelv.de.